Die Grün­dung der Śrī Bhāga­vata Patrikā

Ācārya Kesarī wies Śrīla Guru­deva an, seine Über­set­zungen der Schriften der Gos­vāmīs Stück für Stück in einer monat­li­chen Zeit­schrift namens Śrī Bhāga­vata Patrikā zu ver­öf­fent­li­chen. Śrīla Guru­deva ließ die Zeit­schrift 1955 amt­lich ein­tragen und im Juni wurde die erste Aus­gabe gedruckt. Den Kopf der Zeit­schrift zierte eine zwei­sei­tige Trommel, die Mṛdaṅga, die bṛhad-mṛdaṅga sym­bo­li­sierte:  den kīr­tana des Ruhmes Śrī Haris, der sich durch das Medium spi­ri­tu­eller Lite­ratur weithin ver­breitet. Auch andere Instru­mente und Waffen Śrī Viṣṇus schmückten den Kopf. Verse aus dem Bhāga­vatam, die die Mis­sion der Zeit­schrift zusam­men­fassten, umran­deten das Logo auf dem Ein­band:

sa vai puṁsāṁ paro dharmo yato bhaktir adho­kṣaje
ahai­tuky apra­ti­hatā yay­ātmā sup­ras­īdati

Śrīmad-Bhāgavatam 1.2.6

Die höchste Beru­fung jedes Men­schen besteht darin, dem Höch­sten Herrn in unab­läs­siger und selbst­loser Hin­gabe zu dienen. Dieses dharma gewährt das höchste Glück und stellt das Selbst voll­ständig zufrieden.

dharmaḥ sva­nuṣṭhitaḥ puṁsāṁ viṣvaksena-kathāsu yaḥ
not­pādayed yadi ratiṁ śrama eva hi kevalam

Śrīmad-Bhāgavatam 1.2.8

Solange man keine Anzie­hung zu den Beschrei­bungen Śrī Haris ent­wickelt, ist sogar das vor­bild­liche Befolgen aller reli­giösen Pflichten und Regeln nichts als unnö­tige harte Arbeit, welche die Seele ins mate­ri­elle Dasein ver­strickt.

Der Gründer und spi­ri­tu­elle Leiter der Zeit­schrift war Śrīla Bhak­ti­pra­jñāna Keśava Gos­vāmī Mahārāja. Śrīla Guru­deva war Chef­re­dak­teur und Her­aus­geber, Śrī Bhak­ti­kuśala Nara­siṁha Mahārāja der Direktor und Paṇḍita Rasarāja Vra­ja­vāsī der Manager. Śrī Abhaya Caraṇārav­inda Prabhu war der Vor­sit­zende des Redak­ti­ons­rates und steu­erte eben­falls Artikel bei.

Jede Aus­gabe der Patrikā begann mit einem Gebet eines frü­heren Ācā­ryas, gefolgt von Arti­keln Śrīla Prab­hupāda Saras­vatī Ṭhākuras, Śrīla Bhak­ti­vinoda Ṭhākuras und Ācārya Kes­arīs. Śrīla Guru­deva über­setzte die Texte aus dem Ben­gali ins Hindi. Jede Aus­gabe beinhal­tete zudem ein Kapitel aus dem Buch, das gerade aus dem Ben­gali und Sans­krit ins Hindi über­setzt wurde. Guru­deva ver­öf­fent­lichte auch Essays von zeit­ge­nös­si­schen Vaiṣṇavas wie Bhak­tibhū­deva Śrauti Mahārāja und Abhaya Caraṇārav­inda Prabhu. Abhaya Caraṇārav­inda Prabhus Buch Easy Journey to Other Pla­nets war eine der ersten eng­li­schen Ver­öf­fent­li­chungen. Neben diesen Essays und Büchern druckte Śrīla Guru­deva auch Berichte über die jähr­li­chen Fest­lich­keiten, Pil­ger­reisen und Pre­digtreisen.

Śrīla Guru­deva ließ die Patrikā bei der Sadhana Press im Dempier-Distrikt Mathurās drucken. Er über­prüfte die Pro­be­ab­züge, band die Zeit­schriften und brachte sie in den Tempel zurück, wo er sie zusammen mit den brah­macārīs ver­packte, mit Adressen beschrif­tete und schließ­lich zur Post brachte. An andere Gauḍīya-Maṭhas sandte Guru­deva freie Aus­gaben der Patrikā. Er schickte auch unent­gelt­lich Exem­plare an Tempel anderer Sam­pra­dāyas und an ver­schie­dene Ver­lage wie die Gīta Press in Gorakhpur. Im Gegenzug sandte die Gītā Press Śrīla Guru­deva eben­falls ihre monat­liche Zeit­schrift Kalyāṇa.

Der Chef­re­dak­teur des Kalyāṇa schrieb einmal an die Redak­tion der Patrikā: „Ich hoffe, ich konnte Ihnen zu Dien­sten sein, indem ich ihnen einige Bücher zum Thema ‚Śrī Rādhā-Mādhava‘ von unserem Redak­teur Śrī Bhaiji (Śrī Hanumān Prasāda Pod­dārajī) zusandte, welche im Kalyāṇa ver­öf­fent­licht wurden. Ich wäre Ihnen sehr ver­bunden, wenn sie den Text spi­ri­tuell und lite­ra­risch rezen­sieren könnten. Außerdem wäre es uns eine große Ehre, wenn sie sie in ihrer geschätzten Zeit­schrift ver­öf­fent­li­chen möchten.“

Śrīla Guru­deva schrieb eine unvor­ein­ge­nom­mene Kritik zu den Büchern, in der er zwar deren Sen­ti­ment wür­digte, aber die fal­schen Schluss­fol­ge­rungen und Stim­mungen darin bemän­gelte.

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