Śrī Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu in Mathurā

Auf Ein­la­dung Ācārya Kes­arīs hin blieb Śrī Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu für län­gere Zeit in der Keśa­vajī Gauḍīya Maṭha in Mathurā. Bei seiner Ankunft wurde er von Śrīla Guru­deva und Ācār­ya­deva herz­lich umarmt und zu seinem Raum geleitet. Śrīla Guru­deva und Śrī Abhaya Caraṇāra­vinda ver­band eine innige Freund­schaft. Obwohl sie in Mathurā lebten, erin­nerten sie sich fort­ge­setzt an Vraja und spra­chen über die Vra­ja­vāsīs. Zuvor hatte Śrī Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu eine erfolg­reiche Apo­theke in Alla­h­abad betrieben. Viele Ange­hö­rige des indi­schen Estab­lish­ments, ein­schließ­lich des Pre­mier­mi­ni­sters, hatten zu seinen Kunden gezählt. Mit der Zeit aber, wegen der Tei­lung Indiens und aus anderen Gründen, gingen die Geschäfte schlechter. Anschlie­ßend hatte er Medi­ka­mente nach eigenen Rezep­turen selbst her­ge­stellt und in meh­reren Städten ver­kauft. Letzt­lich aber zer­schlug sich auch dieses Geschäft.

Abhaya Caraṇāra­vindas Leben änderte sich ein­schnei­dend. Er gab seine Familie in Kal­kutta auf und kam nach Mathurā. Er mie­tete sich ein Zimmer in der Nähe der Yamunā, in Holī Wali Gullly, nahe des Bengali‐Ghata. Als Guru­deva von seiner Ankunft hörte, begab er sich sogleich zu ihm und bat ihn, in der Keśa­vajī Gauḍīya Maṭha zu wohnen, damit er sich um seine Not­wen­dig­keiten küm­mern konnte.

Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu stimmte zu. Guru­deva brachte sein Gepäck in die Maṭha und gab ihm das Zimmer gegen­über seinem. Er bat ihn: „Bitte bleib bei uns. Lass uns zusammen die Bhagavad‐Gītā pre­digen, schreiben und bha­jana aus­führen. Du bist jetzt ohne Unter­stüt­zung. Ich möchte dir per­sön­lich dienen.“ Śrīla Guru­deva schenkte Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu Sanskrit‐ und Ben­ga­li­bü­cher, die dieser für seine zahl­rei­chen Artikel für die Śrī Gauḍīya Patrikā und Śrī Bhāga­vata Patrikā ver­wen­dete. Mor­gens gab er Vor­träge aus dem Śrīmad‐Bhāgavatam, in denen er im Detail jeden ein­zelnen Vers erklärte, und abends sprach er über das Caitanya‐Caritāmṛta. Guru­deva und Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu ver­brachten viel Zeit mit­ein­ander. Sie bespra­chen phi­lo­so­phi­sche Punkte aus dem Śrīmad‐Bhāgavatam, buken roṭīs, scherzten mit­ein­ander und nahmen an der Ver­eh­rung der Bild­ge­stalten bei. Abhaya Caraṇāra­vinda Prabhu war ein ver­sierter mṛdaṅga-Spieler und beglei­tete Śrīla Guru­deva, wenn dieser bha­janas sang und kara­tālas spielte. Er weinte oft bei Guru­devas kīr­tanas. Wie Śrīla Guru­deva schlief er nur wenige Stunden, wachte mor­gens zeitig auf und chan­tete für viele Stunden harināma.

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