Zweiundvierzigstes Kapitel

Reisen durch Indien

Aus dem Wunsch heraus, den Menschen zu helfen, sandte Ācārya Kesarī Einladungen aus, ihn auf seiner Pilgerreise zu den Heiligen Orten Indiens zu begleiten. Er pflegte Kredite aufzunehmen, um die Reisekosten für diejenigen zu bezahlen, die nicht über genügend Mittel verfügten, und zahlte diese Kredite das Jahr über von den gesammelten Spenden zurück. Diejenigen, die diesen Monat mit Ācārya Kesarī und den Gottgeweihten verbrachten und heilige Orte wie Orissa, Dvārakā, Rāmeśvaram und Kedār Badri besuchten, verinnerlichten die Zuneigung Śrī Gurus und der Vaiṣṇavas. Zurück zu Hause konnten sie ihre Erlebnisse nie wieder vergessen. Indem sie sich an die Vaiṣṇavas erinnerten, entwickelten sie eine natürliche Neigung für bhakti.

Im Sommer 1952 reiste Śrīla Gurudeva mit Ācārya Kesarī und 250 Pilgern nach Bāleśvara, Remunā, Kṣīra-Corā Gopīnātha, Bhubaneswar und nach Jagannātha Purī zu Ratha-Yātrā. Sie fuhren mit dem Zug nach Bāleśvara und gingen von dort fünf Kilometer mit einer großen saṅkīrtana-Gruppe zur Remunā Gauḍīya-Maṭha. Hari-kathā, kīrtana und prasāda wurden organisiert und Hunderte Dorfbewohner aus umliegenden Ortschaften versammelten sich. Ācāryadeva sprach zunächst über das Erscheinen der Bildgestalt Kṣīra-Corā Gopīnāthas: wie Rāma und Sītā sie während Ihrer Verbannung im Wald aus der Erde manifestiert hatten. Danach beschrieb Ācārya Kesarī, wie Gopīnātha Seinen Namen Kṣīra-Corā erhalten hatte (kṣīra = süße Milch, corā = Dieb). Gopīnātha hatte einmal einen Topf kṣīra versteckt und dann einen Seiner pūjārīs damit zu Śrīla Mādhavendra Purī gesandt. Ācārya Kesarī sprach auch über die bezaubernden Spiele Śrīman Mahāprabhus, Nityānanda Prabhus und Ihrer Gefährten an diesem Ort. Am Ende des Vortrages kamen großzügige Dorfbewohner und brachten Süßigkeiten und Früchten als Geschenke. Danach wurde das prasāda, das die brahmacārīs zubereitet hatten, an die Anwesenden verteilt. Ācārya Kesarī hatte den Wunsch, eine große Menge des besonderen Gopīnātha-kṣīra ausgeteilt zu sehen, so dass jeder diese nektargleiche Süßspeise ehren und kosten konnte.

Auch am nächsten Tag brachten die Dorfbewohner Ācārya Kesarī eine große Menge Früchte, Gemüse und Milch zum Kochen für die Bildgestalten. Zugleich luden die leitenden pūjārīs und die Tempelvorsteher des Gopīnātha-Tempels Ācāryadeva und alle Gottgeweihten ein, prasāda im Tempel zu akzeptieren. Ācārya Kesarī sandte deshalb alles, was ihm für das Kochen gebracht worden war, dorthin. Eine große Menge des berühmten kṣīra wurde zubereitet, und nach dem hari-kathā am Abend überreichte der leitende Gopīnātha-pūjārī Ācārya Kesarī einen großen Topf kṣīra mit den Worten: „Bitte nehmen Sie dieses prasāda für sich selbst und ihre Gottgeweihten entgegen.“ Ācārya Kesarī nahm es mit Freude an und lies die brahmacārīs den kṣīra verteilen.

Der pūjārī teilte Ācārya Kesarī später mit: „Ein Grundbesitzer, der hier in der Nähe wohnt, würde Sie gerne sehen.“ Ein Treffen wurde verabredet. Der Grundbesitzer kam am Abend und verneigte sich vor Ācārya Kesarī. Er sagte: „Ich kenne Sie als einen vorbildlichen ācārya und sādhu. Bitte nehmen Sie mein Angebot an. Ich besitze zwölf Hektar Land in Korent Randia Haṭha, in der Nähe Candana Bazaars, wo ich Gopāla verehre. Gopāla hat mich zu Ihnen geschickt, um Ihnen dieses Land, den Tempel und den Hof zu schenken. Ich besitze auch viele Kühe, die ich gerne für Gopālas weiteren Dienst spenden möchte.“

Ācārya Kesarī beauftragte Gurudeva damit, das Landstück am folgenden Tag zu besichtigen. Śrīla Gurudeva besuchte den Ort. Ein Teil des Landes bestand aus großen Plantagen von Jackfrucht- und Mangobäumen sowie Kokospalmen. Angrenzend lagen grüne Reisfelder, eine saftige Weide für die Kühe und ein kleiner See mit klarem Trinkwasser. Die Kühe waren gesund, ruhig und gaben reichlich Milch. Der Tempel für Gopāla war schlicht, aber elegant gestaltet. Es gab dort Wohnräume, eine Küche, einen Lagerraum und einen Trinkwasserbrunnen.

Nachdem Gurudeva Ācārya Kesarī davon berichtet hatte, nahm dieser das Angebot des Grundbesitzers an. Er sagte: „Weil es Gopīnāthas Wunsch ist, werden wir uns um diesen Tempel und das Land kümmern.“

Diese Nacht erschien Gopīnātha Ācārya Kesarī im Traum und wies ihn an: „Ich werde hier fürstlich verehrt, aber niemand spricht reinen hari-kathā. Viele Gläubige kommen, aber sie sind in Unkenntnis über Meine wahre Natur. Sie verehren Mich, gehen jedoch gleichzeitig weiter sündhaften Gewohnheiten wie Fischessen und Rauchen nach. Komm deshalb regelmäßig hierher, predige zu den Ansässigen und ändere ihr Verhalten.“

Ācāryadeva nahm diese Anweisung Ṭhākurajīs an und predigte intensiv in der Gegend. Er schickte brahmacārīs zu jedem Haus, um die Dorfbewohner zu ermuntern, Ekādaśī einzuhalten, den Tempel zu besuchen und den bhakti-Regeln zu folgen. Ācārya Kesarī sprach jeden Morgen und jeden Abend hari-kathā, und viele pūjārīs und Ortsansässige nahmen seine Lehren an und hörten auf, sündhaft zu handeln. Das gespendete Land wurde als Gopālajī Gauḍīya Pracāra-Kendra eröffnet. Ācārya Kesarī beauftragte seinen sannyāsī Harijana Mahārāja und andere brahmacārīs, dort zu bleiben und das Predigen weiterzuführen.

Von dort aus führte Ācārya Kesarī seiner Pilgerreise weiter nach Bhubaneswar, wo er in der Tridaṇḍi Gauḍīya-Maṭha Station machte. Er besuchte Ananta Vāsudeva, den Liṅgarāja-Tempel, Gaurī-Kuṇḍa und andere heilige Orte in der Stadt. Weiter fuhr die Gruppe nach Jagannātha Purī. Dort herbergten die Pilger im Viṣṇu Bhavana in Gopīnātha Kutiya. Ācārya Kesarī begab sich zu allen heiligen Plätzen in Jagannātha Purī. Er verneigte sich am Geburtsort seines Gurudevas, Prabhupāda Sarasvatī Ṭhākuras. Als er zum Ṭoṭā-Gopīnātha Tempel kam und sah, dass dieser vernachlässigt worden war, organisierte er eine Restaurierung des Tempels. Dann besuchte er Koṇārk, den Sonnentempel, und Candrabhāgā, den See, in dem der Mond von allen heiligen Gewässern gebadet worden war, um dem Gift entgegenzuwirken, welches ihn befleckt hatte, als die Halbgötter und Dämonen den Ozean quirlten.

Ācārya Kesarī beschrieb, wie einmal Sāmba, der Sohn Kṛṣṇas und Jāmbavatīs, in Dvārakā unerklärlich krank wurde und selbst nach allem Bemühen der königlichen Ärzte nicht gesundete. Jāmbavatī bat Kṛṣṇa inständig, einen Weg zu finden, Sāmba zu heilen. Kṛṣṇa riet: „Wir bringen ihn am kommenden Mākarī-Saptamī nach Jagannātha Purī und baden ihn in Candrabhāgā, in der Nähe von Koṇārk. Dort wird er bestimmt gesund. Alle Heiligen Flüsse erscheinen an diesem Tag dort. Śrī Viṣṇu selbst badet an Mākarī-Saptamī in Candrabhāgā.“

Durch das Baden in Candrabhāgā wurde Sāmba geheilt. Der See erlangte für seine Heilkräfte Berühmtheit, und daher kommen jedes Mākarī-Saptamī zahlreiche Pilger, um dort ein Bad zu nehmen.

Als nächstes führte Ācārya Kesarī die Pilgergruppe zu Sākṣi Gopāla, der Bildgestalt des Herrn, die von Vṛndāvana aus Tausende Kilometer zu Fuß lief, um für Seinen Geweihten Zeugnis abzulegen. Śrīla Gurudeva kochte das Frühstück für die Gruppe. Unerwartet kamen Dutzende der ansässigen paṇḍās zu Ācārya Kesarī und baten ihn, ebenfalls mit ihnen frühstücken zu dürfen. Ācārya Kesarī hieß sie herzlich willkommen und sie setzten sich nieder und warteten. Gurudeva fragte daraufhin Ācārya Kesarī: „Was sollen wir tun? Jeder dieser paṇḍās ist groß wie Bhīmasena und hat dazu einen verwöhnten Gaumen?“

„Keine Sorge“, antwortete Ācārya Kesarī, „ich werde mich darum kümmern. Es wird an nichts fehlen.“ Dann teilte er den brahmacārīs mit: „Heute werde ich selbst prasāda austeilen.“

Wie aus dem Nichts holte Ācārya Kesarī wundervolle Süßigkeiten hervor und verteilte sie an die paṇḍās. Diese lobten das prasādam: „Wir haben noch nie etwas so Schmackhaftes gegessen!“ Sie aßen eine Süßigkeit nach der anderen, bis ihre Bäuche voll waren.

„Jetzt“, sagten die paṇḍās warmherzig, „geben Sie uns bitte dakṣiṇā.“ Großzügig, wie er war, gab Ācārya Kesarī jedem paṇḍā fünf Rupien, was zur damaligen Zeit dem monatlichen Gehalt eines Postmeisters oder Polizisten entsprach. Die paṇḍās tanzten vor Freude und applaudierten Ācārya Kesarī für seine großzügige Spende.

Nachdem er bei Sākṣi Gopāla seine Gottbrüder getroffen, saṅkīrtana durch die Stadt geleitet und am Abend hari-kathā gesprochen hatte, kehrte Ācārya Kesarī mit seinen Begleitern nach Jagannātha Purī zum Ratha-Yātrā zurück.

Im September dieses Jahres reiste Gurudeva mit Ācārya Kesarī und einhundert Pilgern nach Haridvāra, Hṛṣīkeśa, Gaṅgotrī, Yamunotrī, Kedārnātha, Badrinārāyaṇa und Badrikāśrama. Sie besuchten zuerst die heiligen Plätze in Haridvāra, dann in Hṛṣīkeśa, und von dort aus ging die Gruppe zu Fuß weiter nach Kedār-Badri. Nachdem sie in Kedār-Badri einige Zeit verbracht haben, marschierten sie weiter nach Gaṅgotrī und Kedārnātha. Ācārya Kesarī sprach über die Herrlichkeiten jedes Ortes, den sie besuchten. Die Pilger gingen Tag für Tag, von einem geheiligten Ort zum nächsten. Voran wurde eine wunderschöne Bildgestalt Caitanya Mahāprabhus getragen, die auf einer geschmückten Sänfte thronte. Hinter Ihm folgte die kīrtana-Gruppe von sannyāsīs, brahmacārīs und Haushältern. Diejenigen, die nicht laufen konnten, mieteten Pferde oder Maultiere und ritten hintendrein. Die Bewohner hatten noch nie so eine große und gut organisierte Pilgergruppe gesehen.

Jeden Tag gingen Śrīla Gurudeva und Śrīla Trivikrama Mahārāja voraus und trafen Vorkehrungen für die Gruppe. Śrīla Gurudeva diente unermüdlich und ruhte wenig. Er stand um 3 Uhr morgens auf, um vor der Hektik des Tages zu chanten, und war überrascht, zu sehen, dass Ācārya Kesarī bereits zu dieser Zeit seine Gāyatrī-Mantras gechantet hatte und im harināma vertieft war.

Die Pilger marschierten für fünfundvierzig Tage. Zu dieser Zeit gab es keinen richtigen Straßen, man konnte die Plätze nur zu Fuß erreichen. Während sie Gebirgstäler durchschritten, stürzten manchmal Felsblöcke herab, aber dank Kṛṣṇas Barmherzigkeit kam niemand zu Schaden. Unbeeindruckt von den herabfallenden Felsbrocken bewunderten sie das märchenhaft schöne Panorama. Eines Tages, als die Gruppe in Badrinārāyaṇa weilte und nach Kedārnātha aufbrechen wollte, hielt Ācārya Kesarī Śrīla Gurudeva und Śrīla Trivikrama Mahārāja davon ab, voraus zu gehen und die Vorbereitungen zu treffen. Er sagte: „Der Tag heute ist unglückverheißend. Geht nicht. Wir müssen hier bis morgen warten.“

„Guru Mahārāja“, antworteten sie, „falls wir nicht schon Unterkünfte buchen, werden wir in den nächsten Tagen nicht mehr genügend Platz für alle finden.“

„Nein, ihr müsst hierbleiben“, ordnete Ācārya Kesarī an.

Auf diese Anweisung hin sahen sie davon ab, am Nachmittag fortzugehen. Die Gruppe blieb in einem kleinen, verschneiten Dorf hoch in den Bergen in der Nähe Uttara Kāśīs. Das Dorf war nicht weit von dem Pilgerpfad entfernt, der zu ihrem nächsten Bestimmungsort führte. Während Ācārya Kesarī hari-kathā sprach und Śrīla Gurudeva prasāda zubereitete, stürzte eine gewaltige Stein- und Schneelawine den Berg herab, gerade dort, wo Śrīla Gurudeva und Śrīla Trivikrama Mahārāja gegangen wären. Die Lawine zerstörte Häuser und Verkaufsstände und viele wurden verletzt.

Śrīla Gurudeva und Śrīla Trivikrama Mahārāja warfen sich vor Ācārya Kesarī zu Boden. „Du kennst Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, sagten sie. „Dank dir sind wir dem sicheren Tod entronnen.“

Das Unglück verzögerte die Weiterreise für vier Tage, während die Behörden die Wege räumten. Die Mittel für die Pilgerreise waren knapp und die Verzögerung bedeutete zusätzliche Ausgaben für Übernachtung und Verpflegung. Śrīla Gurudeva versuchte, in der Gegend etwas Unterstützung für die Pilger zu erhalten. Dabei begegnete er zufällig seinem alten Freund, den er in seiner Kindheit vor dem Tod gerettet und später vor seinem Stolz auf seine mystischen Kräfte gewarnt hatte. Nachdem Śrīla Gurudeva sein Zuhause verlassen hatte und in der Maṭha lebte, war dieser junger Mann einmal gekommen, um ihn zu treffen. Er hatte Einweihung in die Gauḍīya-Sampradāya angenommen und war auf den Namen Prema-Prayojana getauft worden. Danach war er in die Berge gegangen, um bhajana zu praktizieren und wurde als ein großer sādhu bekannt.

Prema-Prayojana war außer sich vor Freude, Śrīla Gurudeva zu sehen. Er sah ihn als seinen vartma-pradarśaka-guru an, der ihn auf den bhakti-Pfad geführt hatte. Als Gurudeva ihn über die Situation unterrichtete, sorgte Prema-Prayojana, der viele Anhänger in der Gegend besaß, für Lebensmittel und Unterkünfte für die Pilger. Die Tage vergingen freudvoll und ohne Schwierigkeiten mit hari-kathā und kīrtana, bis die Wege wieder geräumt waren. Anschließend setzte die Gruppe ihre Reise fort.

Nachdem sie für fünfundfünfzig Tage im Schoße der Himalayas geweilt hatten, kehrten die Gläubigen nach Hause zurück. Zur Zeit des Abschieds brachte jeder den Lotosfüßen Śrīla Keśava Gosvāmī Mahārājas mit dankbarem Herzen und Tränen in den Augen Gebete dar. Er sorgte für sie alle mit der Zuneigung eines Vaters und behandelte jeden gleich, ob vermögend oder mittellos, ob aus niederer oder höherer Kaste.

Im Oktober 1953 begleitete Gurudeva Ācārya Kesarī und die Pilger nach Kurmāñcalam, den Ort, an den Jagannāthajī Rāmānuja Ācārya versetzt hatte, um Seine pūjārīs von ihrer Sorge zu befreien; nach Kabūr ansUfer der Godāvarī, wo das berühmte Gespräch zwischen Mahāprabhu und Rāmānanda Rāya stattgefunden hatte; nach Panḍharpur, Kolhāpur und Mumbādevī; nach Nāsik, der Stätte, an der Sūparṇakhās Nase von Lakṣmana abgeschnitten und Mārīci von Rāma getötet worden war, und nach Avantikā, wo Kṛṣṇa und Balārama unter der Obhut Sandīpanī Munis gelernt hatten. Anschließend besuchten sie Nāthadvārā, Puṣkar, Jaipura, Karaulī, Vṛndāvana, Citrakūṭa und Prayāga und kehrten schließlich, nach einer straffen Reise von 38 Tagen, nach Navadvīpa zurück.

Das nächste Jahr diente Śrīla Gurudeva Ācārya Kesarī als Sekretär auf dessen Vortragsreise zu großen öffentlichen Programmen in verschiedenen Städten wie Rāmapura (wo Ācārya Kesarī im Dezember 1953 fünfzehn Tage lang Vorträge hielt), Sarveḍiyā, Hoḍā, Ektārā, Nāīkuṇḍi, Maluvasān, Pichladā, Golvāḍā und Maṅgalāmāḍa. Ācārya Kesarī ließ Śrīla Gurudeva und Śrīla Trivikrama Mahārāja Dias zeigen und über die Spiele und Philosophie Gaurānga Mahāprabhus, Kṛṣṇas und Śrī Rāmas sprechen. Im Mai 1954 reiste Ācārya Kesarī nach Assam, wohin er ebenfalls Śrīla Gurudeva, Śrīla Vāmana Mahārāja, Śrīla Trivikrama Mahārāja, Paramārthī Mahārāja, Narasiṁha Mahārāja und ein Dutzend anderer Maṭha-Bewohner mitnahm.

Gleich nach ihrer Ankunft an der Golokgaṅja-Bahnstation in Assam ging die Gruppe auf saṅkīrtana durch die Stadt. Ācāryadeva sprach für einige Tage in Golokgaṅja, bevor er nach Dhūvaḍī aufbrach, wo er im Prapannāśrama seines Gottbruders Śrīpāda Nimānanda Sevātīrtha Prabhu unterkam. Ācārya Kesarī sprach dort für sieben Tage vor einer großen Zuhörerschaft über das Śrīmad Bhāgavatam. Er belegte mit Zitaten aus den Schriften und schlüssiger Logik, dass das Vedānta das Höchste unter den sechs philosophischen Systemen Indiens ist, mit bhakti als seinem letztlichen Thema.

Weiter reisten Ācāryadeva und seine Gefolgschaft nach Kacaharīhāṭa, Khākasiyālī und Gaurīpura, wo sie beim Prinzen Śrī Prakṛtīśacandra Baruā Bahādur zu Gast waren. Ācārya Kesarī gab an der dortigen Sanskrit-Schule täglich Vorträge über den Elften Canto des Bhāgavatams. Seine Vorträge wurden von Ministern und Offiziellen Gaurīpuras besucht und wertgeschätzt. Anschließend fuhren sie in das Dorf Kumārī und in den weithin bekannten Ort Cāpara. Dort sprach Ācārya Kesarī an der Englischen Hochschule vor zwölftausend Leuten eindrucksvoll über ewige Religion. In Cāpara besiegte Ācāryadeva, auch vor einer großen Zuhörerschaft, den sogenannten Vaiṣṇava-Guru Kṣetramohana Cakravartī, der in der Gegend sehr berühmt war, in einer Debatte. Ācārya Kesarī bewies, dass Cakravartīs Lehren spekulativ waren und nicht im Einklang mit den Schriften und den Lehren der Schülernachfolge standen.

Schließlich besuchte Ācārya Kesarī mit seinem Gefolge auf Bitten des Ministers Bahādur den Distrikt Abhayāpurī. Nachdem er dort für einige Tage Vorträge gehalten hatte, beendete Ācārya Kesarī seine Tour mit Programmen in Cokāpāḍā und Boṅgāī und kehrte dann in die Uddhāraṇa Gauḍīya Maṭha in Chuṅchurā zurück. Die ganze Zeit über hatte Śrīla Gurudeva Ācārya Kesarī aufrichtig und auf vielerlei Weise gedient und damit seinen spirituellen Meister erfreut. Śrīla Gurudeva betete, sein ganzes Leben im persönlichen Dienst seines spirituellen Meisters verbringen zu dürfen und immer in der direkten Nähe Śrīla Bhaktiprajñāna Keśava Gosvāmī Mahārājas zu bleiben. Deshalb war er auf die neue Situation, in der er sich bald wiederfinden sollte, in keiner Weise vorbereitet.

Hiermit endet der erste Teil von Śrī Guru Darśana (1921–1954)

Wie die Flamme nach der Sonne strebt
und der Fluss dem Meer entgegen,
so ersehne ich deine Liebe und bringe
die Blumen meiner Erinnerung dar

< Zurück    Vorwärts >