Beten zum All­an­zie­henden

Śrīla Guru­deva besuchte die Vor­träge Narottamā­n­anda Prabhus in tra­di­tio­neller Vaiṣṇava-Kleidung. Er hörte zu und sang mit den Vaiṣṇavas das pañca-tattva-mantra und das mahā-mantra. Nach den Vor­le­sungen ehrte Śrīla Guru­deva mahā-prasāda und befragte Narottamā­n­anda Prabhu über die Gauḍīya-Philosophie. Śrīla Guru­deva stellte Fragen wie: „Welche Auf­fas­sung von der Seele lehrt Ihre Sam­pra­dāya? Warum beschreiben einige Gurus den Körper als das Selbst, und Dienst zum Körper, zur Familie und am Men­schen als Dienst an der Seele und an Gott? Warum laufen die Men­schen den Illu­sionen māyās hin­terher und igno­rieren Bha­gavān. Wie kann man die Iden­tität der Seele ver­wirk­li­chen und Gott wahr­haft dienen?“

Śrīpāda Narottamā­n­anda Prabhu erklärte: „Die Lebe­wesen ent­stammen der mar­gi­nalen Energie des Herrn, der Sphäre, die die spi­ri­tu­elle von der mate­ri­ellen Welt trennt. Von dieser mar­gi­nalen Stel­lung aus können die Seelen ent­weder auf Gott schauen und in Sein Reich gehen, oder auf māyā und infol­ge­dessen in die mate­ri­elle Exi­stenz fallen. Die ver­kör­perten Seelen in dieser Welt haben sich von ihrer ursprüng­li­chen Natur abge­wandt, näm­lich Gott zu lieben und Ihm zu dienen. Sie wollen sofor­tige Befrie­di­gung. Sie finden kein Geschmack am spi­ri­tu­ellen Leben und können von ihrer Sin­nes­be­frie­di­gung nicht lassen. Mit der Absicht, diesen sünd­haften Men­schen, die māyā nicht über­winden wollen, zu helfen, ein mora­li­sches Leben zu führen, beschreiben reli­giöse Lehrer den Dienst an der Familie und der Gesell­schaft als gott­ge­fällig. Doch im Grunde ist dies nur eine vor­be­rei­tende Stufe auf dem Pfad der Selbst­ver­wirk­li­chung und kann besten­falls zu frommen Ver­dien­sten ver­helfen, indem man gele­gent­li­chen hei­ligen Per­sön­lich­keiten dient. Die Seele wird nicht durch mate­ri­elle Tätig­keiten zufrie­den­ge­stellt und sucht fort­ge­setzt nach Glück in zeit­wei­ligen Bezie­hungen. Nur eine vom Glück begün­stigte Seele kommt mit einem reinen Gott­ge­weihtem in Kon­takt und nimmt unter seiner Füh­rung die bhakti-yoga-Praxis auf. Dieser Vor­gang besei­tigt all­mäh­lich die Schichten der Illu­sion, die die Seele bedecken, und offen­bart das wahre Selbst. Ein von sādhus ermäch­tigter Prak­ti­zie­render wird die not­wen­dige Wil­lens­kraft auf­bringen, dem tran­szen­den­talen Pfad zu Kṛṣṇa zu folgen. Nur reine Liebe kann den Durst der Seele nach Glück stillen. Śrī­matī Rād­hārāṇī ver­kör­pert diese reine Liebe zu Kṛṣṇa. Durch die Barm­her­zig­keit Ihrer Gesandten kann man Voll­kom­men­heit erlangen und Kṛṣṇa in seinem wesens­ge­mäßen spi­ri­tu­ellen Körper per­sön­lich dienen.

Śrīla Guru­deva fragte weiter: „Bei dem Singen des mahā-mantras vor Ihrem Vor­trag haben die brah­macārīs hare kṛṣṇa vor hare rāma gechantet. Was ist der Grund dafür? In den Hindustani-Büchern, die ich durch­ge­sehen habe, steht hare rāma an erster Stelle. Warum chanten Sie hare kṛṣṇa zuerst? Kṛṣṇa erschien in Dvāparā-Yuga, wäh­rend Śrī Rāma vor ihm in Tretā-Yuga erschien.“

Śrīpāda Narottamā­n­anda Prabhu erklärte: „Die heu­tigen Autoren, die in ihren Büchern behaupten, man solle hare rāma vor hare kṛṣṇa chanten, kennen die vedi­schen Unter­wei­sungen nicht. Das spe­zi­fi­sche, für das Kali-Yuga vor­ge­schrie­bene Mantra wird als mahā-mantra, das große Mantra der Befreiung, bezeichnet. Dies wird in der Kali-Sant­araṇa Upa­niṣad näher aus­ge­führt:

hare kṛṣṇa hare kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa hare hare
hare rāma hare rāma rāma rāma hare hare
ṣoḍaśaitāni nāmāni dvātriṁśad varṇakāni hi
kalau yuge mahā-mantraḥ sam­mato jīva-tāraṇe

Hare Kṛṣṇa Hare Kṛṣṇa Kṛṣṇa Kṛṣṇa Hare Hare, Hare Rāma Hare Rāma Rāma Rāma Hare Hare.
Dieses mahā-mantra, das aus sech­zehn Namen und zwei­und­dreißig Silben besteht, kann die Lebe­wesen des Kali-Yuga befreien.

Obwohl man zu allen Zeiten die Namen Gottes chanten soll, beschreiben die Veden jedoch für jedes Zeit­alter einen bestimmten Vor­gang, um Befreiung zu erlangen. Im Satya-Yuga ist der Vor­gang Medi­ta­tion, und das Mantra für diese Medi­ta­tion lautet:

nārāyaṇa-parā vedāh nārāyaṇa-parākṣarāḥ
nārāyaṇa-parā-muktiḥ nārāyaṇa-parā-gatiḥ

Im Tretā-Yuga besteht der Vor­gang der Befreiung aus Vedi­schen Feu­er­op­fern, mit dem Mantra:

rāma nārāyaṇā­n­anta mukunda mad­husūdana
kṛṣṇa keśava kaṁsāre hare vai­kuṇṭha vāmana

Im Dvāpara-Yuga wird die Bild­ge­stalt des Herrn mit dem fol­genden Mantra ver­ehrt:

hare murāre madhu-kaiṭabhāre
gopāla gov­inda mukunda śaure
yajñeśa nārāyaṇa kṛṣṇa viṣṇo
nirāśrayaṁ māṁ jag­adīśa rakṣa

Und im gegen­wär­tigen Kali-Zeitalter erlangt man all die Ergeb­nisse der Vor­gänge der anderen Zeit­alter durch das Chanten der Hei­ligen Namen Bha­ga­vāns. Dies wird im Śrīmad-Bhāga­vatam 12.3.52 beschrieben:

kṛte yad-dhyāyato viṣṇuṁ
tre­tāyāṁ yajato mak­haiḥ
dvāpare pari­ca­ryāyāṁ
kalau tad dhari-kīrtanāt

Das, was im Satya-Yuga durch Medi­ta­tion über Viṣṇu ver­wirk­licht wurde, im Tretā-Yuga durch Opfer und im Dvāpara-yuga durch Bild­ge­stalt­ver­eh­rung, kann im Kali-Yuga ein­fach durch das Chanten der hei­ligen Namen Haris erreicht werden.

Narottamā­n­anda Prabhu fuhr fort: „In diesem Kali Zeit­alter sind spi­ri­tu­elle Prak­tiken schwierig, weil alle mate­ri­elle Tätig­keiten ver­un­rei­nigt sind. Im Śrīmad-Bhāga­vatam 12.3.51 heißt es:

kaler doṣa-nidhe rājan
asti hy eko mahān guṇaḥ
kīr­t­anād eva kṛṣṇasya
mukta-saṅgaḥ paraṁ vrajet

Obwohl das Kali-Yuga einem Meer von Feh­lern gleicht, kann man in diesem Zeit­alter leicht aus dem mate­ri­ellen Dasein befreit werden, wenn man unter Füh­rung von sādhus Kṛṣṇas Namen chantet.

harer nāma harer nāma
harer nāmaiva kevalam
kalau nāsty eva nāsty eva
nāsty eva gatir anyathā
Bṛhan-Nāradīya Purāṇā

In diesem Zeit­alter des Streites und der Heu­chelei ist das ein­zige Mittel zur Befreiung das Chanten der Hei­ligen Namen, das Chanten der Hei­ligen Namen, das Chanten der Hei­ligen Namen. Es gibt keinen anderen Weg, keinen anderen Weg, keinen anderen Weg.

Das Chanten des harināma-Mahā-Mantras ist die höchste reli­giöse Praxis in diesem Zeit­alter. Beim Chanten dringt der tran­szen­den­tale Klang von Rādhā-Kṛṣṇas Namen in die Ohren, fließt in das Herz und rei­nigt es von den Schichten von Unwis­sen­heit, die die wahre Natur der Seele ver­hüllen. Es ist nicht schwierig, an Cai­tanya Mahāprabhus Bewe­gung teil­zu­nehmen. Harte Ent­sa­gungen sind nicht nötig. Chanten Sie ein­fach ‚Hare Kṛṣṇa‘. Kṛṣṇa erschien im Kali-Yuga als Cai­tanya Mahāprabhu. In der Rolle eines Gott­ge­weihten pro­pa­gierte Er das Chanten Seiner eigenen Namen:“

kṛṣṇa-varṇaṁ tviṣākṛṣṇaṁ
sāṅgopāṅgāstra-pārṣadam
yajñaiḥ saṅkīrtana-prāyair
yajanti hi su-medhasaḥ
Śrīmad-Bhāgavatam
11.5.32

Im Kali-Zeitalter ver­ehren intel­li­genten Men­schen durch das saṅkīr­tana-yajña, das gemein­same Chanten der Hei­ligen Namen, die Inkar­na­tion Gottes, die selbst unun­ter­bro­chen die Namen Kṛṣṇas singt. Seine Haut schim­mert golden und Er wird von Seinen Gefährten, Die­nern, Waffen und Ver­trauten begleitet.

Śrīpāda Narottamā­n­anda Prabhu zitierte danach Dut­zende Verse aus den Vedi­schen Schriften, die Śrī Cai­tanyas Stel­lung als direkte Mani­fe­sta­tion des Höch­sten Herrn Śrī Kṛṣṇa im Kali-Yuga belegten.

Śrīla Guru­deva erin­nerte sich an seinen Traum als Kind, in dem ihm Rāma und Lakṣ­maṇa erschienen waren und offen­bart hatten, dass Sie im Kali-Yuga als Gaura-Nitāi erschienen. Guru­deva fragte: „Sind Rāma und Lakṣ­maṇa auch mit Caitanya-Nityānanda iden­tisch?“

Ja“, bestä­tigte Narottamā­n­anda Prabhu. „In den auto­ri­sierten Bio­gra­phien Cai­tanya Mahāprabhus ist erwähnt, dass Mahāprabhu einmal für vier­und­zwanzig Stunden Seinen Geweihten Seine ver­schie­denen Inkar­na­tionen offen­barte, je nachdem welche spe­zi­fi­sche Form des Herrn diese ver­ehrten. Gott erscheint zur Freude Seiner Geweihten in unter­schied­li­chen Formen, denn jeder Seele wohnt eine Bezie­hung zu einem bestimmten Aspekt Gottes inne. Murāri Gupta zeigte Sich Mahāprabhu in der Form Śrī Rāmas. Anderen Gott­ge­weihten, die von anderen Seiner Inkar­na­tionen ange­zogen waren, erschien Mahāprabhu als Varāha­deva, Nṛsiṁha­deva oder in anderer Form.“

Guru­deva fragte weiter: „Worin unter­scheiden sich harināma-saṅkīr­tana und das Gāyatrī-Mantra?“

Das Gāyatrī-Mantra zügelt den Geist, besei­tigt Hin­der­nisse für bhakti und bewahrt uns vor sünd­haften Nei­gungen. Harināma-saṅkīrtana erweckt reine Liebe und die ewige Bezie­hung der Seele zu Gott.“

Auf wel­chen Aspekt Kṛṣṇas bezieht sich der Name rāma in der zweiten Hälfte des Mahā-Mantras? Und wer ist höher, Kṛṣṇa oder Rāma?“, wollte Guru­deva wissen.

In den Schriften heißt es, dass sich der Name rāma im mahā-mantra auf Rādhā-Ramaṇa bezieht, Kṛṣṇas Aspekt als der­je­nige, der süße Spiele mit Śrī­matī Rād­hārāṇī genießt. Er bezieht sich nicht auf Śrī Rāma in Ayodhyā. Mit diesem Mantra werden Rādhā-Kṛṣṇa ersucht, Ihren ewigen lie­benden Dienst zu gewähren.

Das Śrīmad-Bhāga­vatam (1.3.28) teilt uns mit, dass Kṛṣṇa die Höchste Abso­lute Wahr­heit, die Ursache aller Ursa­chen und der Ursprung aller Inkar­na­tionen ist: ete cāṁśa-kalāḥ puṁsaḥ kṛṣṇas tu bha­gavān svayam. Alle Inkar­na­tionen, ange­fangen mit Rāma, sind Teile und Tei­ler­wei­te­rungen der ursprüng­li­cher Höch­sten Person Kṛṣṇa. Brahmā, der Archi­tekt dieses mate­ri­ellen Uni­ver­sums, bestä­tigte dies, nachdem er die Abso­lute Wahr­heit in Medi­ta­tion ver­wirk­licht hatte. Brahmā betete:

īśvaraḥ paramaḥ kṛṣṇaḥ
sac-cid-ānanda-vigrahaḥ
anādir ādir gov­indaḥ
sarva-kāraṇa-kāraṇam
Brahma-Saṁhitā
5.1

Die Höchste Per­sön­lich­keit Gottes, Kṛṣṇa oder Gov­inda, ver­kör­pert Ewig­keit, Wis­sens und Glück­se­lig­keit. Er ist der Herr­scher über alle Herr­scher und der Ursprung aller Inkar­na­tionen. Er besitzt keinen Anfang oder keinen Ursprung. Viel­mehr ist Er der Ursprung allen Seins und die Ursache aller Ursa­chen.“

Gov­inda ist ein anderer Name für Kṛṣṇa in Vraja. Gov­inda bedeutet: der­je­nige, der go, das heißt den Sinnen, den Kühen Vrajas, den Gopas und Gopīs (Kuh­hirten und Kuh­hir­tinnen) Vrajas und dem Land Gokula Freude schenkt. Er, der in Gokula lebt und von jedem geliebt wird, ist Gov­inda, der Herr über alles.

Im Ṛg Veda 2.22.164.31 steht: „apaśyaṁ gopām aṇi­pa­dyamā namā ca parā ca pathibhiś carantam sa-sadhrīcīḥ sa viṣucīr vasāna āvarīvartti-bhuvaneṣv antaḥ ‒ Ich sah einen Knaben (Gopāla), der in der Dyna­stie der Kuh­hirten erscheint und unfehlbar und unver­gäng­lich ist. Seine Bewe­gungen sind myste­riös, manchmal kommt Er näher, manchmal ent­fernt Er Sich. Er ist in bezau­bernde sei­dene Gewänder gehüllt. Auf diese Weise offen­bart Er immer wieder viel­fäl­tige Spiele in dieser und der tran­szen­den­talen Welt.“

Und in der Gopāla-Tāpanī Upa­niṣad (Pūrva 2.8): „eko vaśī sarva-gaḥ kṛṣṇa īḍyaḥ eko ‘pi san bahudhā yo ‘vab­hāti ‒ Der eine Herr­scher über alles, die all­durch­drin­gende, unver­gleich­liche Höchste Person, Kṛṣṇa, ist der höchste Ver­eh­rungs­wür­dige für Halb­götter, Men­schen und auch alle anderen Lebe­wesen.“

Brahmā beschreibt auch in der Brahma-Saṁhitā, dass Śrī Rāma und alle anderen Inkar­na­tionen von der Ursprüng­li­chen Person Śrī Kṛṣṇa aus­gehen:

rāmādi-mūrtiṣu kalā-niyamena tiṣṭhan
nānāva­tāram akarod bhu­va­neṣu kintu
kṛṣṇaḥ svayaṁ samab­havat paramaḥ pumān yo
gov­indam ādi-puruṣaṁ tam ahaṁ bha­jāmi
Brahma-saṁhitā
5.39

Ich ver­ehre die Ursprüng­liche Höchste Person, Gov­inda, der sich in der mate­ri­ellen Welt als Rāma­candra und viele andere Inkar­na­tionen mani­fe­stiert, welche Seine Erwei­te­rungen und Tei­ler­wei­te­rungen sind, und der auch selbst als Kṛṣṇa erscheint.

Narottamā­n­anda Prabhu fuhr fort: „Es gibt eine Unter­schei­dung zwi­schen Kṛṣṇa, Rāma und den anderen Inkar­na­tionen. Kṛṣṇa in Vraja ist die höchste Form der abso­luten Wahr­heit. Er ist der Gipfel aller gött­li­chen Füllen und aller Lieb­lich­keit und die ursprüng­liche Quelle aller Inkar­na­tionen. Śrī Rāma ist maryādā-puruṣottama, die Höchste Person in dem Aspekt als Lehrer reli­giöser Prin­zi­pien, Kṛṣṇa dagegen ist līlā-puruṣottama, die Höchste Person, die Sich in süßen, lie­be­vollen Spielen ver­gnügt. Phi­lo­so­phisch gesehen sind Rāma und Kṛṣṇa iden­tisch, doch im rasa gibt es zwi­schen ihnen einen Unter­schied. Rāma erschien, um mora­li­sche Prin­zi­pien und frommes Ver­halten in Bezie­hung zu dieser Welt zu eta­blieren, Kṛṣṇa dagegen erschien mit der Absicht, die Men­schen durch einen kleinen Ein­blick in Seine süßen Spiele Vraja schmack­haft zu machen. Kṛṣṇa ist raso vai saḥ (Taittirīya Upa­niṣad 2.7.2), das Inbild allen tran­szen­den­talen Glücks. Cai­tanya Mahāprabhus Barm­her­zig­keit ist not­wendig, um Kṛṣṇas Herr­lich­keit und unsere tran­szen­den­tale Bezie­hung zu Ihm im höch­sten spi­ri­tu­ellen Reich richtig ver­stehen zu können.

Kṛṣṇa in Seinen per­sön­li­chen Erwei­te­rungen als Rāma und Nārāyaṇa weist sechzig cha­rak­te­ri­sti­sche Eigen­schaften auf. In Vai­kuṇṭha, der Ort, an dem Nārāyaṇa resi­diert, mani­fe­stiert der Herr Seine gött­li­chen Füllen und Reich­tümer; in Vraja hin­gegen, dem Reich Kṛṣṇas, ent­faltet Er reine Lieb­lich­keit. In Vraja ver­fügt Kṛṣṇa über vier beson­dere Eigen­schaften, die nicht einmal Nārāyaṇa besitzt, näm­lich: 1. die bezau­bernde Schön­heit Seiner ewigen Form, 2. Sein süßes Flö­ten­spiel, 3. Seine lieb­li­chen Spiele mit den Bewoh­nern Vrajas, und 4. die ein­zig­ar­tige süße Liebe, die Er mit den Vra­ja­vāsīs genießt. Diese Süße Liebe zwi­schen Kṛṣṇa und den Vra­ja­vāsīs ist so erhaben, dass sie alle Seine anderen Füllen in den Schatten stellt.“

Wie sollte man harināma chanten?“, fragte Guru­deva.

Cai­tanya Mahāprabhu weist uns an: ‚Chantet zu allen Zeiten, an allen Orten und unter allen Umständen das Mahā-Mantra.‘ Es gibt keine Regeln, die vor­schreiben, wie und wann man chanten soll. Aller­dings kann man viele Leben chanten, ohne Voll­kom­men­heit zu erlangen, wenn man nicht mit Ver­trauen chantet. Kṛṣṇa offen­bart Sich einem erge­benen Prak­ti­zie­renden, der großes Ver­trauen in Seinen Namen besitzt.“

Damit endete Narottamā­n­anda Prabhus und Śrīla Guru­devas Unter­hal­tung an diesem Abend. Beide ver­ab­schie­deten sich herz­lich. Guru­deva dachte dar­über nach, was er gehört hatte, und zum ersten Mal fühlte er, dass seine Fragen zufrie­den­ge­stellt beant­wortet worden waren. Die Gauḍīya-Philosophie fas­zi­nierte ihn und er beschloss, sie in seinem Leben anzu­wenden.

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