Zweites Kapitel

Gründe für den Tempel in Mathurā

Warum gründete Śrīla Bhaktiprajñāna Keśava Gosvāmī Mahārāja die Keśavajī Gauḍīya Maṭha, seinen ersten Tempel in Nordindien, in Mathurā und nicht in Vṛndāvana, Govardhana oder in Gokula? Warum übertrug er die Leitung Śrīla Gurudeva? Der Grund dafür ist nicht so geradeaus, wie man meinen könnte.

Die Einwohner Mathurās wollen nicht, dass Kṛṣṇa nach Vraja zurückkehrt. Sie glauben, dass er in Mathurā als der Sohn Devakīs und Vasudevas geboren wurde und dass Nanda und Yaśodā nur seine Zieheltern sind. Sie sehen Kṛṣṇa als einen Einwohner Mathurās. Ācārya Kesarī eröffnete die Keśavajī Gauḍīya Maṭha in der Nähe von Kaṁsa Ṭīlā, der Kampfarena des schurkischen Königs Kaṁsas, und er setzte Śrīla Gurudeva ein, um diejenigen, die Kṛṣṇa nicht als Sohn Nanda Mahārājas akzeptieren, umzustimmen. Ācārya Kesarī sagte zu Śrīla Gurudeva: „Ich bin froh, einen vraja-anurāgi wie dich getroffen zu haben. Du besitzt Liebe für Vrajendra-Nandana-Kṛṣṇa und die Vrajavāsīs. Ich bin mir sicher, dass dank dir die reinen Lehren unserer Gauḍīya-Paramparā für Generationen in der Zukunft bewahrt werden. Fass dir ein Herz. Ich werde an deiner Seite stehen und dir helfen. Unser Predigen wird keinen Erfolg haben, solange die Mathurāvāsīs nicht lernen, die Vrajadevīs zu achten. Zuerst musst du die Leute aus Mathurā überzeugen. Danach kannst du leicht die ganze Welt erobern.

Aufgrund unserer Bemühungen in der Devānanda Gauḍīya Maṭha in Navadvīpa ist heute der Ruhm Śrīla Prabhupādas für jeden sichtbar, und Māyāpura als der Geburtsort Caitanya Mahāprabhus weiterhin anerkannt. Es war ein Kampf, und es gab starke Opposition, aber wir waren erfolgreich. Lass uns jetzt den Ruhm der Vrajavāsīs in Mathurā predigen und die Menschen hier dazu bewegen, sich Ihm zu ergeben. Wir werden den Geist der Mathurāvāsīs wandeln und ihre Zweifel ausräumen, so dass sie Kṛṣṇa mit Überzeugung als Sohn Nandas und Yaśodās in Vraja anerkennen, nicht als Sohn Devakīs und Vasudevas. Wir werden die Mathurāvāsīs den kīrtana Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākuras singen lassen:

yaśomatī-nandana, vraja-vara-nāgara gokula-rañjana kāna
gopī-parāṇa-dhana, madana-manohara kāliya-damana-vidhāna

Kāna, der geliebte Sohn Mutter Yaśodās und gefeierte Held von Vraja, erfreut Gokula. Er ist der liebste Schatz der Gopīs, Er stiehlt die Herzen und bezwang die Kāliya-Schlange.“

Ācārya Kesarī rief aus: „Dann werde ich meinem Namen Vinoda gerecht werden! Wie kann ich Śrīla Prabhupāda, Nayana-Maṇi Mañjarī, erfreuen, solange nicht jeder die höchste Stellung der Vrajadevīs anerkennt! Daher sollten wir jeden Mathurāvāsī, der den Vrajavāsīs abgeneigt ist, überzeugen. Wir werden Kṛṣṇa zurück nach Vraja bringen und alle anderen mit Ihm.“

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