Gründe für den Tempel in Mathurā

Warum grün­dete Śrīla Bhak­ti­pra­jñāna Keśava Gos­vāmī Mahārāja die Keśa­vajī Gauḍīya Maṭha, seinen ersten Tempel in Nord­in­dien, in Mathurā und nicht in Vṛn­dāvana, Govardhana oder in Gokula? Warum über­trug er die Lei­tung Śrīla Guru­deva? Der Grund dafür ist nicht so gera­deaus, wie man meinen könnte.

Die Ein­wohner Mathurās wollen nicht, dass Kṛṣṇa nach Vraja zurück­kehrt. Sie glauben, dass er in Mathurā als der Sohn Devakīs und Vasu­devas geboren wurde und dass Nanda und Yaśodā nur seine Zieh­el­tern sind. Sie sehen Kṛṣṇa als einen Ein­wohner Mathurās. Ācārya Kesarī eröff­nete die Keśa­vajī Gauḍīya Maṭha in der Nähe von Kaṁsa Ṭīlā, der Kampf­arena des schur­ki­schen Königs Kaṁsas, und er setzte Śrīla Guru­deva ein, um die­je­nigen, die Kṛṣṇa nicht als Sohn Nanda Mahārājas akzep­tieren, umzu­stimmen. Ācārya Kesarī sagte zu Śrīla Guru­deva: „Ich bin froh, einen vraja-anurāgi wie dich getroffen zu haben. Du besitzt Liebe für Vrajendra-Nandana-Kṛṣṇa und die Vra­ja­vāsīs. Ich bin mir sicher, dass dank dir die reinen Lehren unserer Gauḍīya-Paramparā für Gene­ra­tionen in der Zukunft bewahrt werden. Fass dir ein Herz. Ich werde an deiner Seite stehen und dir helfen. Unser Pre­digen wird keinen Erfolg haben, solange die Mathurāvāsīs nicht lernen, die Vra­ja­devīs zu achten. Zuerst musst du die Leute aus Mathurā über­zeugen. Danach kannst du leicht die ganze Welt erobern.

Auf­grund unserer Bemü­hungen in der Devā­n­anda Gauḍīya Maṭha in Navad­vīpa ist heute der Ruhm Śrīla Prab­hupādas für jeden sichtbar, und Māyāpura als der Geburtsort Cai­tanya Mahāprabhus wei­terhin aner­kannt. Es war ein Kampf, und es gab starke Oppo­si­tion, aber wir waren erfolg­reich. Lass uns jetzt den Ruhm der Vra­ja­vāsīs in Mathurā pre­digen und die Men­schen hier dazu bewegen, sich Ihm zu ergeben. Wir werden den Geist der Mathurāvāsīs wan­deln und ihre Zweifel aus­räumen, so dass sie Kṛṣṇa mit Über­zeu­gung als Sohn Nandas und Yaśodās in Vraja aner­kennen, nicht als Sohn Devakīs und Vasu­devas. Wir werden die Mathurāvāsīs den kīr­tana Śrīla Bhak­ti­vinoda Ṭhākuras singen lassen:

yaśomatī-nandana, vraja-vara-nāgara gokula-rañjana kāna
gopī-parāṇa-dhana, madana-manohara kāliya-damana-vidhāna

Kāna, der geliebte Sohn Mutter Yaśodās und gefei­erte Held von Vraja, erfreut Gokula. Er ist der liebste Schatz der Gopīs, Er stiehlt die Herzen und bezwang die Kāliya-Schlange.“

Ācārya Kesarī rief aus: „Dann werde ich meinem Namen Vinoda gerecht werden! Wie kann ich Śrīla Prab­hupāda, Nayana-Maṇi Mañjarī, erfreuen, solange nicht jeder die höchste Stel­lung der Vra­ja­devīs aner­kennt! Daher sollten wir jeden Mathurāvāsī, der den Vra­ja­vāsīs abge­neigt ist, über­zeugen. Wir werden Kṛṣṇa zurück nach Vraja bringen und alle anderen mit Ihm.“

< Zurück    Vor­wärts >